Die Spielbank Wiesbaden inspirierte schon Dostojewski – und hat seither nichts von seiner Faszination verloren.
Spielbank Wiesbaden
Die Spielbank Wiesbaden – in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden – zählt zu Deutschlands schönsten und geschichtsträchtigsten Spielbanken. Wiesbaden als traditionsreiche Kurstadt beherbergt bereits seit 1771 die Spielbank Wiesbaden, damals erteilte der Fürst von Nassau-Usingen erstmals eine Konzession für’s Kartenspielen – allerdings seinerzeit noch in Wirtshäusern. Seit 1810 befindet sich die Spielbank Wiesbaden im Alten Kurhaus und nachdem der Franzose Chabert nach Baden-Baden anno 1834 auch die Spielbank Wiesbaden pachtete (1830 waren in Frankreich die Casinos verboten worden und die Betreiber der französischen Spielbanken mussten sich neue Stätten für ihr Glückspiel suchen) begann sich das Glückspiel in Wiesbaden noch glänzender zu entwickeln: Bereits drei Jahre später konnte der Pächter mit 7 Millionen Goldmark wieder fortziehen. Nachdem das puritanische Reichsgesetz 1872 alle Spielcasinos in Deutschland verbot konnte die Spielbank Wiesbaden erst nach dem 2. Weltkrieg 1949 wieder eröffnet werden. Damals noch im Hessischen Staatstheater zog die Spielbank Wiesbaden 1955 erst in den Nordflügel des Kurhauses und seit der Restaurierung des Kurhauses 1985 ist das „Grosse Spiel“ (Roulette, Poker, Black Jack) im ehemaligen Weinsaal des Kurhauses.
Der neoklassizistische Saal mit seiner Kirschholz-Vertäfelung und den kristallenen Kronleuchtern gibt der Spielbank Wiesbaden ein mondänes Ambiente.
Das Kleine Spiel – die Automatenspiele der Spielbank Wiesbaden – sind heute außerhalb des Kurhaus Wiesbaden in den angrenzenden Kurhauskolonnaden, die mit 129 Metern Länge Europas längste Säulenhalle bilden.
Eine weitere Besonderheit der Spielbank Wiesbaden ist das Wiesbadener Super-Roulette, das – ohne zusätzlichen Einsatz – für das bis zum fünffachen der üblichen Gewinne beim Roulett sorgen kann.
Wiesbadener Super-Roulette
So kann man in der Spielbank Wiesbaden seine Gewinnchancen beim Wiesbadener Super-Roulette vervielfachen: Über den Permanenzanzeigen der Roulette-Tischen der Spielbank Wiesbaden startet vor jedem Spiel ein Reel mit fünf Walzen (ähnlich wie bei einer Slot-Maschine). Ist nach dem Stopp der Walzen ein Zahlen-Pärchen zu sehen, bedeutet das, dass – falls auch diese Zahl im Roulette kommt – alle Gewinne auf diese Zahl (egal ob auf Plain, Cheval, Carrè oder Transversale gesetzt) verdoppelt werden. Erscheinen auf der Walzenanzeige „Drillinge“ als drei übereinstimmende Zufallszahlen werden die Gewinne des Wiesbadener Super-Roulette verdreifacht. Und sollten gar vier oder fünf Zahlen übereinstimmen fallen auch die Gewinne beim Roulette in der Spielbank Wiesbaden vier- oder fünfmal so hoch als üblich aus. Diese „Super-Zahl“ im Wiesbadener Super-Roulette wird den Gästen der Spielbank Wiesbaden durch pompöse Fanfaren angekündigt.
Die Spielbank Wiesbaden in der Weltliteratur:
Internationale Berühmtheit erlangte die Spielbank Wiesbaden in der Weltliteratur durch Fjodor Michailowitsch Dostojewski und sein Werk „Der Spieler“. Nachdem der Literat bei seinem ersten Besuch in der Spielbank Wiesbaden 1963 über 10.000 Franken gewann wollte er zwei Jahre später sein Glück in der Spielbank Wiesbaden wieder versuchen, verlor dabei allerdings seine gesamte Reisekasse. Im Jahr darauf diktierte er in nur 26 Tagen den Kurzroman „Der Spieler“, der heute zur Weltliteratur zählt seiner Ehefrau. Dostojewski, der selber an Spielsucht litt beschreibt darin in einer grotesken, komischen Geschichte die Schicksale von Menschen, die dem Spiel und der Geldgier erliegen. Neben der Spielbank Wiesbaden beanspruchen auch das Casino Baden-Baden und die Spielbank Bad Homburg den Ruhm Dostojewski zu seinem – teils autobiografischem – Werk inspiriert zu haben.
