Lotto: Das Glückspiel ist seit 1530 im Dienst der Gemeinnützigkeit.
Glücksspiel zum Gemeinwohl

- Eine Lotto-Kollektur, 1873 © Hist.Museum Stadt Wien
Alle Lotterien sind dem Urahn der Lotterien, dem “Lo Giuoco del Lotto d’Italia” – zu Deutsch etwa: Die große Chance des Italienischen Los-Verkaufs - sehr ähnlich. Der Lottospieler setzt dabei mit einem Einsatz auf eine bestimmte Anzahl von Zahlen (z.B. 6) in einem festliegenden Bereich (z.B. 49). Die ausgespielte Gewinnsumme (etwa 40-50% des eingesetzten Geldes) wird auf die Gewinner, die die richtigen Zahlen vorhergesehen haben, aufgeteilt.
Als in Italien nach der Vereinigung 1530, die Italienische Nationale Lotterie erstmals organisiert wurde, hätte niemand angenommen, dass diese bis heute ohne Pause, in wöchentlichen Abständen gespielt würde. Heute bringt die Italienische Lotterie dem Staat rund 60 Millionen Euro jährlich ein.

- © Hist.Museum Stadt Wien
Die Einträglichkeit der Lotterien wurde natürlich nicht nur von den Landesfürsten erkannt, sondern nicht weniger schnell von Geschäftemachern und Betrügern. So war es ein permanenter Kampf der Regierenden mit dem Volk um die Zulässigkeit der Lotterien. Wobei von Anfang an bei Lotterien die Gemeinnützigkeit im, bisweilen vorgetäuschten, Vordergrund stand. Die Rot-Kreuz-Lotterie, die Tierschutz-Lotterie, die Blinden-Lotterie, die Lotterie für Jugendwohlfahrt sind nur einige der bekanntesten Beispiele. Mit dem Hinweis auf die Gemeinnützigkeit haben im Wesentlichen alle Staaten die Vergabe von Lotterien zu einem Monopol erklärt und sich damit bisweilen, wie die Schweiz lächerlich gemacht, als sie dem WWF und Greenpeace die Einrichtung einer zweckgebundenen Lotterie verwehrten. Da war wohl der Staatssäckel die Mutter der Entscheidung.
Wenn heute in Deutschland nur mehr 15-30% des Ertrages von Lotterien zweckgebunden sind, so darf die Sinnhaftigkeit des Staatsmonopols hinterfragt werden.
