Ein Blick zurück in der Geschichte der Lotterien und Glückspiele
Alle Jahre wieder…
Es war keineswegs das Glücksspiel, oder gar das Streben nach Reichtum und Geld, das zur Lotterie führte. Es war einfach der Glauben der Menschen, dass Gott, der die Welt schuf und in seiner Weisheit lenkt und steuert, auch bei irdischen Entscheidungsprozessen eingebunden werden könne. Ähnlich der Befragung des Orakels im Altertum lebte man im Mittelalter in dem Glauben, dass wichtige Entscheidungen von Gott abgefragt werden könnten. Im 15. Jahrhundert hat man in Genua das Los dazu verwendet, alljährlich die Ratsmitglieder neu zu wählen. Diese Selektion fand in der Art statt, dass man die Namen von 90 Bürgern auf Zetteln schrieb, in einen Tonkrug gab und anschließend unter großer Anteilnahme der Bevölkerung öffentlich 5 Zetteln aus diesem Krug zog. Dabei ging man selbstverständlich davon aus, dass Gott diese Ziehung steuert. Es war für die Menschen eigentlich nur die Frage, ob Gott beim Durchmengen der Zettel, oder doch eher die Hand des Ziehenden steuert, jedenfalls war die Entscheidung Gottes Wille.
Die große Anteilnahme der Menschen, die Faszination an diesem Auswahlverfahren, brachte den Genuesen Benedetto Gentile auf die Idee, die Namen durch Zahlen zu ersetzen und die Wahl zum Stadtrat, genauer die “Ziehung zum Stadtrat” durch einen Preis zu ersetzen. Er gilt somit als der erste Anbieter des Gewinnspiels “5 aus 90″ und Genua gilt als Geburtsort des Lottos. Bis ins 20. Jahrhundert wurde diese Art des Glückspiels als “Genueser Lotterie” bezeichnet. Seit 1530 bis heute wurde die “Lo Giuoco del Lotto d’Italia” durchgehend ausgespielt.
