Von der Spielsucht sind mehr als nur Sportwetter oder Casinobesucher betroffen.

Spielsucht

Unter dem Begriff Spielsucht (auch Wettsucht genannt) versteht man pathologisches Spielen, wobei der Spielsüchtige (bzw. Wettsüchtige) nicht mehr in der Lage ist seinen Impuls zu Spielen bzw. zu Wetten zu beherrschen. Spielsucht, die Unfähigkeit dem Drang zu wetten, zum Glücksspiel oder zu spielen zu widerstehen hat oftmals weitreichende persönliche, soziale und vor allem auch finanzielle Folgen, die bis hin zum Ruin des Spiel-Süchtige, seiner Familie und dem Niedergang seines Berufes und Geschäftes reichen können.

Spielsucht ist ein Teil der als Verhaltenssucht bezeichneten pathologischen Verhalten, zu der auch andere exzessive Verhalten die man als Sucht bezeichnet – wie z.B. Kaufsucht, Internetsucht oder Sex-Sucht – gehören.  Von der klassischen Spielsucht (vor allem Automaten-Spielsucht) sind mehr Männer als Frauen betroffen, doch auch immer mehr Frauen und vor allem Jugendliche sind von Spielsucht betroffen. Diese Gruppen spielen dann vielleicht weniger um Geld und verlieren hohe Wetteinsätze, sie verlieren eher ihre Arbeit und Sozialkontakte weil sie mehr Zeit vor der Spielkonsole oder im Internet verbringen um dort Online-Spiele (wie Second Life oder Farmville bei Facebook) zu spielen als sich um Arbeit, Schule oder Familie zu kümmern. Auch diese Art der Spielsucht birgt ein hohes Gefahrenpotential, das vielleicht noch gefährlicher als die Spielsucht am Automaten ist. Während ein Spielsüchtiger, der um Bargeld spielt schnell merkt wenn ihm das Geld ausgeht wird die latente Spielsucht durch Gratis-Online-Spiele erst nach und nach in ihrer vollen Tragweite ersichtlich und wirkt sich durch Verlust des Arbeitsplatzes, Schulprobleme, Vernachlässigung der Freunde und Partner oder familiären Problemen häufig erst später aus.

Spielsucht ist ein ernsthaftes Problem, von dem Hunderttausende Menschen betroffen sind. Dabei ist es längst nicht nur die klassische Spielsucht im Zusammenhang mit Wetten, Glückspiel oder Casino, das zum finanziellen Problem für die Betroffenen wird, Spielsucht ist heute vielmehr ein Phänomen das sich quer durch alle Gesellschaftsschichten und über alle Spiele erstreckt. Hat man früher Spielsucht vor allem mit einarmigen Banditen, Roulette oder verbotenen Glückspielen in verrauchten Hinterzimmern assoziiert, so hat die Spielsucht heute über das Internet und Online-Spiele bereits die heimischen PC’s und Kinderzimmer erreicht.

Die negativen Folgen der Spielsucht sind nicht nur finanzielle Wettverluste bzw. Verluste im Casino oder Spielverluste bei Online-Spielen um Geld, sondern auch die Anhängigkeit von den Spielen (auch wenn es kostenlose Online-Spiele sind) die Abhängigkeit vom Wetten oder Glückspielen selber. Spielsucht kann ebenso wie andere Süchte zur Vernachlässigung der Arbeit, Familie und anderer Sozialkontakte führen, wenn man das Wetten oder Glückspiele exzessiv betreibt. Und es zum Lebensmittelpunkt macht.

Um solche von der Spielsucht bedrohte Personen zu erkennen und deren finanziellen Ruin zu verhindern haben Casinos ausgeklügelte Sicherheits-Systeme und Personal das sich ausschließlich mit der Spielsucht-Prävention beschäftigt. Denn es ist ja nicht das Ziel der Wettbüros, Buchmacher und Casinos ihre Kunden in die Spielsucht zu treiben und deren Leben zu ruinieren, sondern an den normalen Spielern, die aus Spaß am Glückspiel ab und zu etwas Geld in einer Spielbank ausgeben und aus der Freude am Sport und im Vertrauen auf ihre Lieblingsmannschaft etwas Geld in einer Sportwette riskieren, ohne dabei gleich Haus und Hof zu verspielen und über der Spielsucht seine anderen Aufgaben zu vernachlässigen. Von einem Spielsüchtigen, einem wegen seiner Spielsucht pleite gegangenen Kunden hat kein Buchmacher und kein Casino etwas.